Aufsichtsrat der EWE AG schließt Untersuchung ab

Bernhard Bramlage, Vorsitzender des EWE-Aufsichtsrats. (Bild: EWE)

Oldenburg, 08.09.2017 – Der Aufsichtsrat der EWE AG hat in seiner heutigen Sitzung die Ergebnisse des Abschlussberichts der externen Prüfungsgesellschaft KPMG, die in den vergangenen Monaten mögliches Fehlverhalten bei EWE untersucht hat, diskutiert und eine abschließende Bewertung vorgenommen. Das Hauptaugenmerk der Prüfung lag bei der Aufarbeitung der Sachverhalte, der Überprüfung bestehender Vorwürfe und der Klärung von Verantwortlichkeiten. Zudem wurden Hinweise erarbeitet, um die internen Abläufe zu verbessern und Fehler in der Zukunft möglichst auszuschließen. Die rechtliche Bewertung der festgestellten Sachverhalte hat der Aufsichtsrat mit Unterstützung von externen Rechtsexperten vorgenommen.

Bernhard Bramlage, Aufsichtsratsvorsitzender der EWE AG, erklärt dazu: „Die erhobenen Korruptionsvorwürfe gegen Mitarbeiter von EWE NETZ haben sich nicht bestätigt – ebenso wie ein Großteil der weiteren im Raum stehenden Vorwürfe. Sie waren schlicht und einfach haltlos.“ Bei der nicht sachgerecht erfolgten steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Behandlung von Zuschlägen in der EWE NETZ habe die detaillierte Prüfung ergeben, dass das Problem seinen Ursprung nicht in der EWE NETZ, sondern in der EWE AG habe. „Präsidium und Aufsichtsrat haben daher keine Pflichtverletzungen bei Timo Poppe festgestellt. Bei Torsten Maus aus formalrechtlichen Gründen in geringem Umfang, die aber seiner Entlastung nicht entgegenstehen. Aufgrund dieser Faktenlage kam der Aufsichtsrat zu dem Schluss, dass einer weiteren vertrauensvollen Zusammenarbeit mit beiden nichts im Wege steht. Auch wurde der Finanzverwaltung kein Geld vorenthalten“, so Bramlage.

Die Analyse der internen Kontrollsysteme bei EWE hat allerdings ergeben, dass Schwachstellen bestanden. Diese betrafen insbesondere die Überwachung und Überprüfung der Geschäftsvorgänge. Die Strukturen und Prozesse, die teils über lange Zeit gewachsen sind, standen auch einem früheren Erkennen möglichen Fehlverhaltens im Weg. Dazu sagt Bernhard Bramlage: „Die Prüfungen zeichnen insgesamt ein Bild, mit dem wir nicht zufrieden sein können. Umso wichtiger ist es, nun die richtigen Schlüsse zu ziehen und diese Mängel schnellstmöglich zu beseitigen. Eine funktionierende und täglich gelebte Compliance ist eine wichtige Grundlage für die Geschäftstätigkeit von EWE.“

Der Vorstand hat im Zuge der gewonnenen Erkenntnisse und in Zusammenarbeit mit externen Experten bereits in den vergangenen Monaten umfassende Maßnahmen ergriffen, um die Compliance-Organisation und Kontrollmechanismen anzupassen und zu stärken. Compliance wird ein eigenständiger Teil im Ressort des künftigen Vorstandvorsitzenden sein. Zudem soll sie noch stärker als bislang als Führungsaufgabe im Unternehmen verankert werden. Das erhöht nicht nur die Handlungssicherheit für die Mitarbeiter bei EWE, sondern vermittelt vor allem eine grundsätzliche Haltung. Der Vorstand wird den Aufsichtsrat über die Fortschritte bei der Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen regelmäßig informieren.

In den nächsten Sitzungen wird sich der Aufsichtsrat u.a. darauf konzentrieren, die vakanten Positionen im Vorstand zu besetzen. „Die Suche nach geeigneten Kandidaten geht voran. Wir sind zuversichtlich, dass bei diesem wichtigen Thema noch in diesem Jahr die wesentlichen Weichenstellungen erfolgen“, sagt Bernhard Bramlage.

Quelle:

ewe.de