E-Bikes und Apps auf dem Mobile World Congress – Ford startet vernetztes E-Bike-Experiment

E-Bikes sind stark im Kommen (Foto: ReutE-Mobil.de) E-Bikes sind stark im Kommen (Foto: ReutE-Mobil.de)

Köln, 02.03.2015 – Im Rahmen des heute beginnenden Mobile World Congress in Barcelona hat Ford die Erweiterung seines global ausgerichteten “Smart Mobility Plan” – eine Zusammenfassung von bislang 25 Mobilitätsprojekte rund um autonomes Fahren und intelligente Mobilität – verkündet. Bei dem neuen Projekt handelt es sich um “Handle on Mobility”, ein digital vernetztes E-Bike-Experiment, bei dem E-Bikes in den städtischen Verkehr sowie im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel integriert werden sollen. Der “Smart Mobility Plan” dient dem Automobilhersteller zur Erprobung von besonders flexiblen und sozialen Mobilitätsmodellen, von denen Kunden eines Tages im ganz realen Verkehrsalltag profitieren können.

“Veränderungen im Denken, Arbeiten und Verhalten sind wesentlich für die Gewährleistung der Freizügigkeit von Menschen und Volkswirtschaften”, betonte Barb Samardzich, Chief Operating Officer, Ford of Europe. “Unser ‘Smart Mobility Plan’ ist Ausdruck unseres Engagements für Innovation und zielt speziell auf die Entwicklung intelligenter Verkehrssysteme, um die Lebensqualität in Städten spürbar zu verbessern”.

Verkehrsprobleme und übermäßiges Pendeln haben bedeutende wirtschaftliche und soziale Auswirkungen in den großen Städten. Gemäß der Europäischen Kommission kosten Staus in der Europäischen Union rund 100 Milliarden Euro pro Jahr*. Eine Studie des britischen Office of National Statistics zeigte, dass sich jede Minute mehr im Pendelverkehr messbar negativ auf das Wohlbefinden von Verkehrsteilnehmern auswirkt**.

Das E-Bike-Experiment im Detail

Das E-Bike-Experiment von Ford fördert vernetztes, effizientes, sicheres und gesünderes Fahren.

Zunächst forderte Ford weltweit seine Beschäftigten zur Einreichung von E-Bike-Entwürfen auf. Aus über 100 Vorschlägen dienten die besten Designs als Vorlage für den Bau von Prototypen, die aktuell unter den Produktnamen MoDe:Me und MoDe:Pro auf dem Mobile World Congress in Barcelona zu sehen sind.

Beide E-Bikes sind mit einem 200-Watt-Elektromotor sowie mit 9-Ampère-Akkus ausgestattet; die Trittunterstützung wurde für Geschwindigkeiten von bis zu 25 km/h ausgelegt. Die hochmodernen Fahrräder bieten zudem Technologien, die vom Automobilbau inspiriert wurden, einschließlich eines Fahrer-Warnsystems. Dieses System warnt den Radfahrer durch Vibrieren des Lenkers, wenn ein Kraftfahrzeug überholt. Zugleich werden überholende Fahrzeuge durch eine spezielle Beleuchtung am Lenker auf das E-Bike zusätzlich aufmerksam gemacht.

Die E-Bikes lassen sich leicht im Fahrzeug verstauen und bieten praktische Vorteile:

– Das Modell “MoDe:Me” wurde mit Hilfe des Fahrradherstellers Dahon gebaut und eignet sich ideal für Pendler. Es ist problemlos faltbar, so dass Pendler ihr Fahrzeug am Stadtrand parken können, um den Rest des Arbeitsweges mit dem E-Bike zurückzulegen, bedarfsweise auch unter Einbeziehung öffentlicher Verkehrsmittel.

– Das Modell “MoDe:Pro wurde von einem Ford-Team aufgebaut und speziell für den gewerblichen Einsatz bei Kurieren, Handwerkern oder Lieferdiensten maßgeschneidert. Das E-Bike lässt sich hervorragend in Nutzfahrzeugen wie dem Ford Transit Connect transportieren und könnte in der Stadt als ergänzendes Begleitfahrzeug genutzt werden.

Beide Modelle verfügen über eine Anbindung an die experimentelle App “MoDe:Link”, die mit dem iPhone 6 kompatibel ist. Diese App bietet dem Nutzer der E-Bikes folgende Funktionen:

– Navigation: Griff-Vibrationen lassen den Fahrer wissen, wo er abbiegen muss. Blinker werden automatisch gesetzt. Die App kann fahrradfreundliche Straßen erkennen, vor Gefahren warnen und sogar mit anderen Fahrzeugen kommunizieren.

– Intelligentes Routing: Reiseplanung unter Einbeziehung aller genutzten Fahrzeuge und öffentlicher Verkehrsmittel sowie Infos zu Kosten, Reisezeit, Wetter, Parkgebühren und verfügbaren Ladestationen.

– Automatische Pedalunterstützung: Diese Funktion basiert auf der Herzfrequenz, so dass Bike-Nutzer stets frisch und möglichst wenig verschwitzt am Ziel ankommen.

– SYNC-Kompatibilität: Das sprachgesteuerte Konnektivitätssystem Ford SYNC ist mit der App verbunden. So lässt sich beispielsweise der Ladestatus im Fahrzeug-Display ablesen, wenn das E-Bike im Inneren des Fahrzeugs verstaut und aufgeladen wird.

Nachdem Benutzer ein Ziel eingegeben haben, listet die App mögliche Wege auf und bietet eine schrittweise Navigation. Dies könnte eine Fahrt zum Bahnhof sein, wobei das E-Bike im Zug mitgenommen wird, um von der Ausstiegs-Haltestelle bis zum Zielort weiter als Fahrzeug zu dienen. Die App aktualisiert stetig die Route und bietet automatisch Alternativen an, wenn zum Beispiel ein Zug ausfällt.

“Es gibt so viele Möglichkeiten, um sich in der Stadt fortzubewegen. Da liegt es auf der Hand, diese zahlreichen Verkehrsmittel miteinander zu verbinden”, sagte Ken Washington, Vice President, Ford Research and Advanced Engineering. “Die nahtlose Nutzung von Autos, Bussen, Zügen und E-Bikes ist eine Antwort auf die veränderte Verkehrswirklichkeit und kann sowohl für Pendler als auch für Gewerbetreibende einen großen Unterschied machen”.

Das “Info-Cycle”-Experiment

Auf dem Mobile World Congress 2015 präsentiert Ford zum ersten Mal in Europa das neue “Info-Cycle”-Experiment, dabei handelt es sich um eine Open-Source-Datenerfassung zur Optimierung des städtischen Radfahrens mit E-Bikes oder traditionellen Fahrrädern. Das Projekt wurde entwickelt, um die Welt von Radfahrern besser zu verstehen und die Sicherheit von Radfahrern zu erhöhen. Hierfür wurden Community-basierte Dienste mit Wetter- und Geo-Informationen sowie mit Daten aus dem realen Fahrbetrieb verknüpft, wie etwa Raddrehzahl oder Beschleunigung.

Globale Projekte rund um das Thema Mobilität

Zu den Bausteinen des “Smart Mobility Plan” von Ford zählen neben dem E-Bike-Experiment 25 weitere Pilot-Projekte rund um das Thema Mobilität – je sieben in Europa und Asien, acht in Nordamerika, zwei in Afrika und ein weiteres Projekt in Südamerika. Jedes dieser Projekte ist darauf ausgelegt, die künftigen Bedürfnisse von Verkehrsteilnehmern in einer sich wandelnden Umwelt zu erfassen, um daraus schon heute Lösungen für die Herausforderungen von morgen entwickeln zu können. Hier einige Beispiele:

– Ford Carsharing: Deutschland
– Big Data Drive: Dearborn, Michigan (USA)
– Fleet Insights: USA
– Data Driven Insurance: London
– Remote Repositioning: Atlanta (USA)
– City Driving On-Demand: London
– Dynamic Social Shuttle: New York, London
– Car Swap: Dearborn, Michigan (USA)
– Share-Car: Bangalore, Indien
– Rapid Recharge & Share: Dearborn, Michigan (USA)
– Data Driven Healthcare: Gambia, West-Afrika
– Parking Spotter: Atlanta (USA)
– Info Cycle: Palo Alto, Kalifornien (USA)
– Painless Parking: London

Vor wenigen Wochen stellte Mark Fields, President & CEO von Ford den “Smart Mobility Plan” auf dem internationalen CAR-Symposium in Bochum vor und kündigte folgende Forschungs-Kooperationen rund um autonom fahrende Automobile an:

Deutschland/Aachen – Ein gemeinsames Projekt des europäischen Ford Forschungszentrums in Aachen mit dem Institut für Technologie- und Innovationsmanagement der ebenfalls in Aachen beheimateten Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) mit dem Namen “Personal Mobility Experience Innovation”. Die Zusammenarbeit soll neue Funktionen, Technologien, Dienstleistungen und Lösungen finden, mit denen Ford die künftigen Erwartungen und Vorlieben der Kunden bezüglich ihrer individuellen Mobilität erfüllen kann. Zugleich geht es um gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie die immer höhere Verkehrsdichte und Fragen des Umweltschutzes.

Großbritannien – Ebenfalls noch in diesem Jahr wird sich Ford an der “Autodrive”-Initiative in Großbritannien beteiligen. Es wird untersucht, wie fahrerlose, in die Verkehrsinfrastruktur eingebundene Automobile in den Alltag eingebunden werden können.

“Bei Ford treiben wir Innovation in jedem Segment unseres Geschäfts voran und sind offen für Fortschritt”, fasste Samardzich zusammen. “Unser Engagement für Mobilität geht weit über Fahrzeuge hinaus, es umfasst natürlich auch Investitionen in Forschungsprojekte, die uns bei der Suche nach intelligenten und vernetzten Mobilitätslösungen weiterhelfen”.

MyFord Mobile – App für elektrifizierte Fahrzeuge

Ford kündigt auf dem Mobile World Congress in Barcelona auch die Einführung von “MyFord Mobile” an. Diese Smartphone-App ermöglicht Nutzern von elektrifizierten Fahrzeugen den Fernzugriff auf Informationen wie beispielsweise den Ladestatus oder die verbleibende Reichweite des Autos. Inspiriert von Games und Fitness-Apps zeigt “MyFord Mobile” auch Potenziale für CO2-Einsparungen bei unterschiedlichen Fahrstilen. Zudem gibt’s Tipps zur Verbesserung der Effizienz.

Unter den ersten Ford-Fahrzeugen, die “MyFord Mobile” in Europa anbieten, wird in Kürze der neue Ford Focus Electric gehören, der außerdem über das neue Kommunikations- und Entertainmentsystem Ford SYNC 2 mit Touchscreen verfügen wird. “MyFord Mobile” ist auch für den Ford C-MAX Energi Plug-in erhältlich, der in Deutschland exklusiv für Flottenkunden angeboten wird.

Quelle:

ford.de