EWE untermauert Zusage für flächendeckenden Vectoring-Ausbau

Norbert Westfal, Geschäftsführer der EWE TEL GmbH (Foto: EWE-Tel  /Portel.de) Norbert Westfal, Geschäftsführer der EWE TEL GmbH (Foto: EWE-Tel /Portel.de)

Oldenburg, 19.01.2016 – Der Telekommunikationsanbieter EWE TEL GmbH, eine Tochter der EWE AG, hat gegenüber der Bundesnetzagentur die Bereitschaft bekräftigt, über 70 Millionen Euro in die Erschließung von 3.200 Kabelverzweigern im Nahbereich zu investieren. Gleichzeitig kritisierte der größte alternative Telekommunikationsnetzbetreiber im Nordwesten den Konsultationsentwurf der Bundesnetzagentur zum Antrag der Telekom Deutschland GmbH, die ein bundesweit exklusives Vectoring-Ausbaurecht im Nahbereich beantragte. Für EWE ist ein Vectoring-Ausbau im Nahbereich reine Schaufensterpolitik und unterstützt nicht die Breitbandziele der Bundesregierung. Da Politik und Regulierungsbehörden diesen Technologieeinsatz jedoch favorisieren, will EWE ebenfalls Vectoring im Nahbereich einsetzen, um ein Telekom-Monopol im eigenen Vermarktungsgebiet möglichst zu verhindern.

EWE kündigte daher an, bis Ende des Jahres 2018 fast eine halbe Million Haushalte im Nahbereich mit der Vectoring-Technologie auszustatten zu wollen. Dafür würde das Unternehmen über 3.200 Kabelverzweiger in 657 sogenannten Anschlussbereichen in seinem Einzugsbericht erschließen. Bedingung für diese Ausbauzusage ist, dass EWE in ihren Regionen den Ausbau exklusiv vornehmen kann.

„Der Remonopolisierungskurs der Deutschen Telekom wird mit dem von der Bundesnetzagentur vorgelegten Konsultationsentwurf unterstützt. Dieses Vorgehen verdrängt den Wettbewerb, wirft Deutschland im Breitbandausbau massiv zurück und schadet damit allen Bürgerinnen und Bürgern“, betont EWE TEL-Geschäftsführer Norbert Westfal.

„Auch wenn wir grundsätzlich nur einen flächendeckenden Glasfaserausbau für zukunftsorientiert und sinnvoll erachten, drängen uns die aktuellen politischen Entwicklungen und die Entwurfsvorlage der Bundesnetzagentur zu einer Investitionsumschichtung. Sowohl die Bundesnetzagentur als auch politische Entscheidungsträger schlagen den Weg ein, den Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt zu lähmen und auf veraltete Infrastrukturen zu setzen. Um den Wettbewerb zu erhalten und weiterhin ländliche Regionen mit schnellen Internetanschlüssen versorgen zu können, bekräftigen wir daher unser Angebot, flächendeckend in unserem Einzugsgebiet exklusiv den Nahbereich mit Vectoring-Technologie auszustatten und dafür über 70 Millionen Euro zu investieren“, so Norbert Westfal weiter.

Bei der Vectoring-Technologie werden weiterhin die vorhandenen und teilweise Jahrzehnte alten Kupferkabel genutzt, die zu den einzelnen Anschlüssen führen. Im Nahbereich stehen auch ohne Vectoring bereits hohe Bandbreiten zur Verfügung, die Versorgung ist überdurchschnittlich und verschiedene Anbieter können ihre eigene Infrastruktur nutzen. Ein Vectoring-Ausbau, der nur noch einem Anbieter die Versorgung ermöglicht, dient hier einzig der Monopolisierung und einer wirtschaftlichen Veredelung dieser alten Kupferkabel. Eine nachhaltige Lösung mit Glasfaserhausanschlüssen würde damit im Nahbereich zunächst wirtschaftlich unvertretbar.

Der von der Bundesnetzagentur vorlegte Konsultationsentwurf bevorzugt einseitig die Telekom Deutschland und setzt alternativen Anbietern sehr hohe Hürden, wenn diese selbst im Nahbereich tätig werden wollen, machte EWE in einer aktuellen Stellungnahme gegenüber der Bundesnetzagentur deutlich. So kann ein Anschlussbereich der Telekom Deutschland zugeschlagen werden, obwohl in diesem Bereich ein alternativer Anbieter und nicht die Telekom den Breitbandausbau vorangetrieben hat. Damit werden zukunftsorientierte Investitionen entwertet und der Wettbewerb zunehmend verdrängt.

Norbert Westfal warnt vor zukünftig ausbleibenden Investitionen und einer Abkehr vom Wettbewerb: „Eine Rückkehr zum Monopol im Telekommunikationsmarkt und ein gleichzeitiger Stillstand bei der Erneuerung der Infrastruktur – wie mit dem Vectoring-Antrag der Telekom Deutschland beabsichtigt – wird Deutschland um Jahre zurückwerfen. Damit wird freie Konkurrenz verhindert und ein großer Investitionsstau verursacht. Wir brauchen weiterhin einen fairen Wettbewerb und einen gesicherten Zugang zu der Telekommunikationsinfrastruktur, die zu Zeiten des staatlichen Monopols geschaffen wurde. Nur so können wir Schritt für Schritt die vorhandene Infrastruktur erneuern und in einem fairen Wettbewerb zukunftssichere Glasfasernetze weiter ausbauen.“

Insgesamt hat EWE bis heute über 5.800 Kabelverzweiger an das Breitbandnetz angeschlossen. Potenziell können so schon heute vom Kabelverzweiger oder Hauptverteiler über eine Million Haushalte im EWE Einzugsgebiet schnelleres Internet erhalten. Dazu kommt ein Potenzial von insgesamt fast 80.000 direkten Glasfaserhausanschlüssen.

Quelle:

ewe.de