IfKom: Digitale Transformation erfordert Breitbandausbau auch auf dem Land!

Günther Oettinger. (Bild: ec.europa.eu) Günther Oettinger. (Bild: ec.europa.eu)

Dortmund, 21.01.2016 – Nicht nur Ballungsräume und Gewerbegebiete, auch die Landwirtschaft benötigt aufgrund der zunehmenden digitalen Vernetzung zuverlässige und breitbandige Datenanschlüsse. Für den Verband der Ingenieure für Kommunikation (IfKom e. V.) ist diese Erkenntnis nicht neu. Bereits seit Jahren setzen sich die IfKom für eine flächendeckende Breitbandversorgung in Deutschland ein. Daher begrüßt es der Verband, wenn die Bundesregierung im Rahmen ihrer digitalen Agenda weiterhin an diesem Ziel festhält.
EU-Kommissar Günther Oettinger spricht ebenfalls von der steigenden Bedeutung der Infrastruktur. So verlangte er auf der Konferenz Farm&Food 4.0 in Berlin kürzlich eine ausreichende Vernetzung für den zunehmenden Datentransport einer Gigabitgesellschaft nicht nur dort, wo die Menschen leben, sondern auch dort, wo sie „nur wirtschaften“. Bereits heute werden drei Viertel der neuen Großtraktoren satellitengesteuert ausgeliefert. Die Verteilung von Saatgut, Wasser und Dünger erfolgt digital berechnet und elektronisch gesteuert so genau, wie es manuell nicht möglich wäre. Dies ist ein wesentlicher Vorteil der Digitalisierung, denn dieses computergesteuerte Vorgehen dient der Ressourcenschonung und damit der Umwelt.
Die Vernetzung der Landwirtschaft und der zunehmende Datenaustausch nicht nur innerhalb des Bauernhofes, sondern auch mit den Rechenzentren der Dienstleister erfordern schnelle Netzzugänge. Auf großen nicht-bebauten Flächen werden Funklösungen wie 4G oder 5G, das vermutlich ab dem Jahr 2020 marktreif sein wird, erforderlich sein. Allerdings reicht es nicht aus, nur die Funk-Infrastruktur aufzubauen, denn die Daten müssen auch mit hoher Geschwindigkeit von und zu den Funkzellen transportiert werden. Hierfür wird ein entsprechend ausgebautes Glasfasernetz benötigt, in dem die erforderlichen Kapazitäten vorhanden sein müssen. Die IfKom plädieren außerdem dafür, den Glasfaserausbau bis zum Bauernhof als festes Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Dies ist die aus heutiger Sicht technisch beste und langfristig investitionssicherste Lösung.
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt diskutiert derzeit über ein Grünbuch, in dem er auch die Aspekte der Digitalisierung aufnehmen will. Am Ende des Prozesses soll die strategische Ausrichtung der Landwirtschaft beschrieben sein. Angesichts heute immer noch bestehender Funklöcher und mangelnder Bandbreite bei Festnetzanschlüssen muss nach Überzeugung der IfKom auch für die Landwirtschaft die digitale Transformation zügig mit einer leistungsfähigen Infrastruktur einhergehen. Deren Bedeutung wird von der Politik zwar immer wieder betont, zur Umsetzung könnte sie nach Meinung der IfKom jedoch erheblich mehr als bisher beitragen.

Quelle:

ifkom.de