Nächste Gebiete stehen fest: Glasfaserausbau in München wird fortgesetzt

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München, 05.02.2016 – Die Welt wird immer digitaler, das Internet hält zunehmend Einzug ins Privat- und ins Berufsleben. Die Digitalisierung benötigt sichere, stabile und immer leistungsfähigere Netze, um den wachsenden Datenverkehr zu bewältigen. Die SWM erschließen die Landeshauptstadt mit Glasfaser. So ermöglichen sie gemeinsam mit M-net, dem Münchner Telekommunikationsanbieter, High-Speed-Internet. Bis 2014 hatten sie in einem ersten Schritt Stadtteile vorwiegend innerhalb des Mittleren Rings angeschlossen. Nach intensiver Planung steht nun der zweite Ausbauschritt fest: Weitere 35.000 Gebäude mit über 230.000 Wohneinheiten außerhalb des Mittleren Rings sollen in den kommenden fünf Jahren erschlossen werden. Damit werden dann knapp 70 Prozent aller Münchner Haushalte direkten Zugang zur hochleistungsfähigen Glasfaser haben.

Ein weiterer Meilenstein für Münchens Infrastrukturentwicklung: Denn dank der Glasfaser profitieren nun auch Privatkunden, Selbstständige und kleinere Betriebe (SOHO) von einem der schnellsten und modernsten Datennetze Europas. Das kommunale Unternehmen SWM und seine Telekommunikationstochter M-net investieren in den weiteren Ausbau einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag.

Dieter Reiter, Oberbürgermeister und SWM Aufsichtsratsvorsitzender:
„Die Glasfaserausbau-Offensive von SWM und M-net erreicht nun auch die Stadtviertel außerhalb des Mittleren Rings. Damit ermöglichen sie in den kommenden Jahren immer mehr Münchnerinnen und Münchnern einen zukunftsfähigen Breitband-Internetanschluss.“

Verschiedene Studien und Diskussionsbeiträge zeigen, dass München und Deutschland bei schnellen Datenverbindungen und Glasfaserausbau hinter andere Städte und Länder zurückfallen. Im globalen Vergleich der durchschnittlich höchsten Verbindungsgeschwindigkeiten liegt Deutschland zwar über dem Durchschnitt, allerdings nur auf Rang 36 von 143 betrachteten Ländern. Die Spitzenplätze belegen Singapur, Hongkong und Südkorea. Im europäischen Vergleich der FttB/H-Abdeckungsraten nach Wohneinheiten ist Schweden mit 46,2 Prozent eines der führenden Länder. Mit 2,6 Prozent liegt Deutschland hier
deutlich unter dem Durchschnitt von 12,3 Prozent. München belegt im deutschen Städtevergleich von 70 Städten den 17. Rang.

Reiter: „Die Glasfaser-Erschließung für München basiert auf einem zukunftsfähigen und nachhaltigen Ansatz. Am Ende dieser zweiten Ausbauphase haben knapp 70 Prozent der Münchner Haushalte sowie deren Bewohner die Möglichkeit, den ‚kommunalen Highspeed-Internetzugang‘ zu nutzen. Der Zugewinn an Infrastruktur treibt auch die Digitalisierungsstrategie der Landeshauptstadt voran.“

Josef Schmid, 2. Bürgermeister und Betreuungsreferent der SWM: „Der gezielte, flächendeckende Glasfaserausbau eröffnet Privatleuten und Unternehmen zahllose digitale Möglichkeiten und sie wirkt nicht zuletzt auch einer Unterversorgung von Randgebieten entgegen. Zusätzlich zu den Gewerbebetrieben im bisherigen Erschließungsgebiet können künftig rund 21.000 weitere Betriebe einen Highspeed-Datenanschluss erhalten. Damit wird der Druck auf die bereits gut versorgten Kerngebiete in der Stadt gemindert und die Abwanderung von Gewerbebetrieben aus dem Stadtgebiet in Umlandgemeinden mit einer besseren Breitbandversorgung verhindert. Durch den Ausbau des Glasfasernetzes auch außerhalb des Rings tragen die SWM maßgeblich dazu bei, die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts München weiter zu stärken.“

Glasfaser gezielt ausbauen, um Münchens Attraktivität zu sichern

Dr. Florian Bieberbach, Vorsitzender der SWM Geschäftsführung: „Wir bauen das Netz schrittweise flächendeckend aus. Begonnen haben wir in der Innenstadt und den Innenstadtrandgebieten, nun bauen wir ‚den nächsten Ring‘. Dabei werden lokale Spezifika, wie die Gewerbestruktur, Neubaugebiete und bestehende SWM Infrastruktur mit berücksichtigt. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt natürlich das bei M-net bereits bekannte Kundeninteresse an schnellen Glasfaser-Internetanschlüssen.

Bereits noch in diesem Jahr beginnen die SWM, die Gebiete Hasenbergl und Harthof zu erschließen. Nach dem mehrmonatigen Aufbau und der Implementierung der hochmodernen Technikkomponenten stehen dann im ersten Schritt mehr als 21.500 Haushalten sowie fast 1.000 Gewerbebetrieben und Unternehmen ab dem ersten Halbjahr 2017 zukunftsfähige Breitband-Anschlüsse zur Verfügung.“

Bis 2021 werden die SWM und M-net knapp 570.000 Haushalten sowie etwa 81.000 Gewerbebetrieben in München die Möglichkeit eines leistungsfähigen Glasfaser-Internetanschlusses bieten können.

Die SWM und M-net haben bereits von 2010 bis Ende 2013 ein engmaschiges Glasfasernetz weitgehend innerhalb des Mittleren Rings verlegt, um den Münchnerinnen und Münchnern einen zeitgemäßen Internetzugang zu ermöglichen – rund 36.000 Gebäude mit 340.000 Haushalten sowie gut 60.000 Gewerbebetriebe wurden so erschlossen. Es folgten im Jahr 2014 Nachverdichtungen sowie Gebäude, die während der Bauphase nicht erschließungsfähig waren, z.B. in der Borstei und im Olympiadorf, im Umgriff der Tunnelbaustelle an der Garmischer Straße oder des ehemaligen ADAC Geländes am Westpark. In die „Ausbauoffensive Glasfasernetz“ wurden bislang gut 250 Millionen Euro investiert.

Die SWM werden das flächendeckende Glasfasernetz auch für innovative An-wendungen im Strommarkt nutzen, wie zum Beispiel intelligente Zähler, Smart-Grid-Anwendungen oder Smart-Home-Dienstleistungen. Die nicht selbst benötigten Leitungskapazitäten verpachten die SWM an ihre Telekommunikationstochter M-net, über deren Infrastruktur die Kunden dann Telekommunikations- und Internetlösungen von M-net oder anderen Anbietern beziehen können.

Bandbreitenbedarf: nur Glasfaser bietet Kapazität und Geschwindigkeit

Die Anforderungen an Höhe und Qualität der Bandbreite steigen kontinuierlich im privaten und gewerblichen Bereich sowie in der Immobilienwirtschaft. Vor allem das Datenaufkommen und einhergehend damit die Bandbreitennachfrage wachsen weiterhin exponentiell. So verdoppelt sich das Datenaufkommen in den Netzen von M-net inzwischen etwa alle 9 Monate, nachdem dies über viele Jahre hinweg im Zwei-Jahres-Turnus erfolgte.  Zudem wird die Versorgung mit schnellem Internet immer mehr als Teil der Grundversorgung gesehen und auch zum immer bedeutenderen Wirtschaftsfaktor.

Jens Prautzsch, Vorsitzender der M-net Geschäftsführung: „Wir befinden uns auf einem unaufhaltsamen Weg zur Gigabit-Gesellschaft. Langfristig wird nur ein Glasfaseranschluss im Gebäude (FttB) oder in der Wohnung (FttH) den damit verbundenen Bandbreitenbedarf decken können. Glasfaserleitungen bieten enorme Potenziale an Kapazität und Geschwindigkeit, die technisch noch bei weitem nicht ausgereizt sind und sich mit dem künftigen Bedarf weiterentwickeln können.“

Der Bandbreitenbedarf steigt exponentiell mit der Vielzahl an attraktiven Anwendungen, wie beispielsweise Video-Streaming, Online-Gaming oder etwa Cloud-Diensten. Ebenso nimmt die Zahl an Nutzern sowie an internetfähigen Endgeräten, wie Tablets oder Smartphones in Haushalten stetig zu. Während in Deutschland in 2011 jeder Einwohner über drei internetfähige Geräte verfügte, werden es im Jahr 2016 bereits fünf sein. Im TV-Bereich erfordern mehr digitale Sender sowie neue Formate des digitalen Fernsehens mit höheren Auflösungen (Ultra HD) höhere Bandbreitenkapazitäten.

Der Stellenwert der digitalisierten Wirtschaft wird immer wichtiger. Die Digitalisierung trägt jährlich mit 145 Milliarden Euro zum Wachstum in Deutschland bei, 1,5 Millionen Arbeitsplätze sind hierzulande bereits in diesem Segment entstanden. Die Wirtschaft benötigt hier also schnelle und verlässliche Datenverbindungen, um weiter wachsen zu können. Im gewerblichen Bereich verlangen Cloud-Dienste und Home-Office-Arbeitsplätze zunehmend nach sehr hohen Übertragungsraten.

Die Abhängigkeit vom Internet steigt, entsprechend höher wird die Bedeutung einer hohen Verfügbarkeit des Zugangs. Deshalb sind insbesondere gewerbliche Immobilien nur noch bei Verfügbarkeit von hohen Internetbandbreiten langfristig attraktiv. Ein modernes TV-Angebot und Highspeed-Internet ist für die Wohnungswirtschaft unerlässlich, da dies entscheidende Faktoren hinsichtlich der Attraktivität einer Wohnung sind, und damit einen unmittelbaren Einfluss auf den Wert einer Immobilie einnehmen.

„Mittelfristig ist die Glasfaser das einzige Medium, das den Bandbreitenbedarf bewältigen wird. Alle aktuellen Parameter und jegliche Zukunftsprognosen wei-sen einhellig darauf hin, dass der Bandbreitenbedarf exponentiell weiter wachsen, ja explodieren wird. Schon in vier Jahren, d.h. 2020, benötigen Haushalte im Regelfall Internetanschlüsse mit 100 Mbit/s; andere Studien gehen sogar von viel höheren Datenraten – man betone bei Privathaushalten – aus“, so Prautzsch. „Glasfaser-Internetzugänge bieten gegenüber anderen Technologien aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit den relevantesten direkten Zugang auf die Daten-Autobahn. Und das wird schon bald zum alles entscheidenden Faktor, der den Grad der Standortqualität bemisst.“

Quelle:

m-net.de