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Telekom greift an: massive Preissenkung im Festnetz

Doppelflatrate 15 % günstiger - Technik-Service inklusive

Timotheus Höttges, Festnetz-Vorstand DTAG
Timotheus Höttges, Festnetz-Vorstand DTAG

Bonn, 22.05.07-12:10 aktualisiert (Börse) - Das sind mal Töne, wie sie die Kunden hören wollen: Die Deutsche Telekom will den Tarif für ihre "call&surf"-Doppelfatrate um 15 Prozent absenken und damit den Druck auf die Konkurrenten erhöhen. "Die Telekom wird sich nicht auf den Rücken drehen und darauf warten, dass die Kunden weglaufen, weil wir als preisunwürdig angesehen werden", sagte Timotheus Höttges, im Telekom-Vorstand für das Festnetz zuständig, der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX heute in Bonn. Die Kunden können demnach von Juni an für einen monatlichen Pauschaltarif von 35 bis 50 Euro unbegrenzt im Internet surfen und in das deutsche Festnetz telefonieren.

Trotz der Tarifoffensive sieht Höttges die Telekom der Meldung zufolge nicht als "Billigheimer", da der Konzern seinen Kunden einen umfassenden Service und zusätzliche Dienste bietet. Höttges setzt daher beim Preis nicht nur eins, sondern zwei drauf: "Ohne Mehrpreis beinhaltet unser Angebot die komplette Installation, das heißt, wir kommen ins Haus und gehen erst, wenn alles läuft." Zusätzlich biete das Unternehmen bundesweit die uneingeschränkte Nutzung von so genannten Hotspots. Der Installations-Service kostete bislang pauschal 50,- Euro und die Nutzung der Hotspots separat eine Pauschale von 15,- Euro bzw. 18,- Euro für 24 Stunden gekostet.

Die Preissenkung erfolgt nur wenige Tage nach einem angeblichen Spitzentreffen von Regierung, Telekom und Verdi. Dem "Spiegel" zufolge sind am Mittwoch Telekom-Chef René Obermann, Finanzminister Peer Steinbrück, Verdi-Chef Frank Bsirske sowie SPD-Fraktionschef Peter Struck zu einem vertraulichen Spitzengespräch zusammengetroffen. Möglicherweise ist man dort auch überein gekommen, der Beschäftigungs-Misere bei dem Ex-Monopolisten zusätzlich auf dem Weg marktgerechterer Preise und eines besseren Services zu begegnen.

Der Arbeitskampf und die Streiks in den Auseinandersetzungen der Telekom-Führung mit Verdi um die Auslagerung der 50.000 Mitarbeiter in die neue "T-Service" geht unterdessen unvermindert weiter.

 

An der Börse war die Telekom-Aktie mit bekannt werden der Preisoffensive postwendend Dax-Spitzenreiter mit einem Plus von 1,5 Prozent. "Die Investoren goutierten damit die Pläne der Konzernspitze", meldete die FTD. Auch an den anderen Börsenplätzen waren Telco-Aktien demnach gefragt: In London stiegen Vodafone und British Telecom (BT) 0,7 und 1,1 Prozent. In Paris zog France Telecom um 0,8 Prozent an.


GEORG STANOSSEK


Nachricht eingestellt: 22.05.2007 - 10:22

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