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12.03.2010 |
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FON: „Management des Wachstums derzeit wichtigste Aufgabe“ - InterviewPortel.de-Interviews zur Handelsblatt Jahrestagung „TK-Europa“ - Nr. 2/8
Düsseldorf/Freiburg, 18.05.07-06:00 – Private und öffentlich zugängliche Hotspots basierend auf WLAN (Wireless LAN) nehmen derzeit rasant zu. Auf 20.000 bis 30.000 schätzt Businesshotspot.de die Zahl der professionell betriebenen drahtlosen Breitbandanschlüsse in Deutschland derzeit. Einen Schnellstart als WLAN-Betreiber legte 2006 der Münchener Betreiber FON hin, indem er tausende von WLAN-Routern an die Nutzer seines Partnernetzwerkes verschenkte. FON-Geschäftsführer Robert Lang ist in Deutschland einer der WLAN-Pioniere und Referent auf der 13. Int. Handelsblatt Jahrestagung „Telekommarkt Europa“ (11.-13. Juni 2007, Düsseldorf), Deutschlands wichtigster Jahrestagung für TK-Trends und -Visionen. Mehr als 20 hochkarätige Referenten greifen dort Fragen zur strategischen Ausrichtung von TK-Unternehmen auf und berichten, wie sie diese in einem höchst dynamischen Umfeld erfolgreich ausrichten. Portel.de hat die Referenten im Vorfeld der Veranstaltung zum Thema „Zukunft der Kommunikation“ befragt.
Portel.de: Herr Lang, wir haben im Telekommunikationsmarkt schon einige Technikpleiten erlebt, angefangen bei Btx, über das analoge Bildtelefon und WAP bis hin zu UMTS. Andere Technologien wie das Internet, E-Mail, SMS oder das Foto-Handy waren völlig ungeplante Selbstläufer und Bestseller. Wie weit lassen sich künftige Entwicklungen vorwegnehmen oder erfolgreiche Techniken voraussagen und wie viele Jahre sollte ein (Produkt-) Manager im Telekommunikationsmarkt dazu in die Zukunft schauen können? Bei Public WLAN-Diensten kommen zwei Elemente zusammen: zum einen gibt es kein wirklich einheitliches Angebot, denn es gibt zu viele verschiedene Insellösungen und die existierenden Geschäftsmodelle lohnen sich nur an wenigen Orten. Zum anderen sind die Preise teilweise so absurd hoch, dass niemand die Dienste nutzt, wenn er nicht absolut muss. Mit FON haben wir einen hervorragenden Kompromiss gefunden – die Anzahl der verfügbaren Hotspots wächst rasant und auch der Preis ist mit maximal drei Euro pro Tag wirklich fair für den Benutzer. Portel.de: Wer heute seinen Laptop, PDA oder Handy benutzt, möchte per VoIP möglichst kostenfrei und mit Bluetooth per Stereo-Headset auch geschäftlich Videotelefonieren können. Das ist theoretisch alles seit Jahren möglich, praktisch aber selbst für einen technisch versierten Nutzer noch immer nicht praktikabel. Was macht es der Industrie so schwer, Innovationen konsequent und schnell umzusetzen? Portel.de: Den Festnetzanbietern brechen die Umsätze im traditionellen Telefondienst (POTS) weg. Die Mobilfunkanbieter leiden unter grassierendem Preisverfall und es fehlen ihnen in Europa die Wachstumsperspektiven. Gleichzeitig dringen Internet-Provider und Hersteller in die angestammten Märkte der Netzbetreiber ein. In einem konvergenten Markt werden sich die Kommunikationsangebote - ähnlich wie heute die Automobile - künftig voraussichtlich kaum noch voneinander unterscheiden. Welchem Angebot bzw. welchem Anbieter werden die Kunden dann voraussichtlich den Vorzug geben und welche Anbieter werden die erfolgreichsten sein? Portel.de: Wie wir mit der Erfindung des Webstuhls oder dem Buchdruck gelernt haben, können neue Techniken die Welt verändern. Welche Technologien werden Ihrer Einschätzung nach in den nächsten zehn Jahren die menschliche Kommunikation am meisten beeinflussen und warum?
---------------------------------------------------------- Portel.de Interview-Serie "Zukunft der Kommunikation": Teil 1: Prof. Torsten J. Gerpott, Universität Duisburg-Essen (15.05.) ----------------------------------------------------------
Portel.de: Warum sind die Menschen bereit, so viel Zeit und Geld in Kommunikationstechnik und Unterhaltungselektronik zu investieren? Was ist daran für die Menschen so faszinierend? Gibt es Grenzen für die Kommunikation? Portel.de: Was macht den Qualitätsunterschied zwischen Telekommunikation und persönlichem Kontakt aus? Portel.de: In den 50er Jahren, als es gerade die ersten Telefone für Privatkunden gab, konnte mit den Stichworten „E-Mail“ und „Internet“ noch kein Mensch etwas anfangen. Wagen Sie einen Ausblick, wie wir in 50 Jahren oder gegebenenfalls in 20 Jahren, wenn unsere Kinder ins Berufsleben einsteigen, voraussichtlich kommunizieren werden? Als Herausforderung sehe ich: in der Kommunikation zwischen Menschen sollte inmitten der generellen Verfügbarkeit von Kommunikationsmitteln und dem Fluss von Informationen das eigentliche Ziel nicht aus den Augen verloren gehen: der Austausch von Signalen / Nachrichten / Informationen. Da Kommunikation stets auch auf der Seite des Empfängers stattfindet, muss sich jeder auch darum kümmern, dass die gesendeten Botschaften ankommen und nicht z.B. irgendwo im weissen Rauschen der Spam-Mails verloren gehen. Darüber hinaus müssen wir als Gesellschaft darauf achten, dass wir nicht ganze Bevölkerungsteile aus diesem Kommunikationsfluss ausschließen, denn sonst wird es bald eine weitere Grenze geben, die arm und reich voneinander trennt – und das ist der Zugang zur Kommunikation. Portel.de: Der jüngste Hype im Internet lautet `Second Life´. Es gibt Unternehmen, die in dieser virtuellen Welt - mit einer derzeit mäßigen Nutzung und vergleichsweise sehr eingeschränkten Grafik-Möglichkeiten – Millionenbeträge in eine virtuelle Niederlassung investieren. Und es gibt die ersten Unternehmen, die dort richtig gutes Geld verdienen. Machen Sie oder Ihr Unternehmen da mit, um den Anschluss nicht zu verlieren und warum bzw. warum nicht? Portel.de: Der französische Jesuitenpater Pierre Teilhard de Chardin hat die Evolutionsgeschichte als eine Entwicklung über verschiedenen Bewusstseinsstufen hinweg beschrieben (u.a. unbelebte Materie, erste Lebensformen, Einzeller, Pflanzen, Tiere, Mensch). Durch hochleistungsfähige Informations- und Kommunikationstechniken, intelligente Software, Internet- / Web 2.0-Techniken, Handy-TV, GPS, Sensorik und all die anderen technischen Möglichkeiten, die wir heute haben, kann man behaupten: Die Systeme wissen und leisten mehr als der Mensch. Einmal ganz philosophisch gefragt: Welche Rolle spielt das Internet im Zusammenhang mit der Evolution auf der Erde? Das Konzept von FON passt sehr gut in dieses Umfeld, da es den breitbandigen Zugang „demokratisiert“ und existierende Breitbandzugänge besser nutzt. Sie können mit FON ihren Breitbandzugang von zuhause „mitnehmen“, überall nutzen und so ihren eigenen „digitalen Wohlstand“ mehren. Gleichzeitig wird die Kapazität aber auch anderen zur Verfügung gestellt, die ihn für „kleines Geld“ nutzen können. Damit mehren Sie den digitalen Wohlstand anderer. In einigen Projekten fördern wir auch gezielt den Breitbandzugang für ärmere / bedürftige Teile der Gesellschaft. Dies ist mit der von uns entwickelten Infrastruktur zu sehr geringen Kosten möglich. Portel.de: Worin sehen Sie Ihre wichtigste Aufgabe als Manager Ihres Unternehmens / Ihrer Organisation in den nächsten zwei bis fünf Jahren? Was FON als Organisation angeht: Eine der wichtigsten Aufgaben in der derzeitigen Phase ist sicherlich das Management des Wachstums. Mit etwa 100 Leuten und einer internationalen Organisation befinden wir uns in einem Stadium, in dem es zunehmend wichtig wird, leistungsfähige Prozesse und Strukturen zu schaffen, damit wir die hohe Geschwindigkeit des Wachstums beibehalten können. Portel.de: Herr Lang, herzlichen Dank für das aufschlussreiche Gespräch. GEORG STANOSSEK Interviews im "Dschungelführer 2007":
*) Robert Lang ist Geschäftsführer des internationalen WLAN-Providers FON, München, und einer der Referenten auf der 13. Internationalen Handelsblatt-Tagung „Telekommarkt Europa www.tk-europa.de“ in Düsseldorf (11. bis 13. Juni 2007, Hilton Hotel). Mehr als 20 hochkarätige Referenten (u.a. Dr. Hannes Ametsreiter, Telekom Austria; Thorsten Dirks, E-Plus; Charles Fränkl, HanseNet; Rudolf Gröger, O2 Germany; Fritz Joussen, Vodafone; René Obermann, Deutsche Telekom; Stefan Öberg, Skype und Viviane Reding, EU-Kommission) greifen auf der TK-Europa Fragen zur strategischen Ausrichtung von TK-Unternehmen auf und berichten, wie sie diese in einem höchst dynamischen Umfeld erfolgreich ausrichten. Der Kongress vermittelt einen Einblick in die Trends einer Industrie mit höchster Relevanz für die Wettbewerbsfähigkeit von Nationen und Kontinenten.
Nachricht eingestellt: 21.05.2007 - 21:35 -------------------------------- Portel.de - In eigener Sache -------------------- FTTH-Portal
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