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VDE: Top-Wissenschaftler diskutieren Mobilfunktechnik der Zukunft (Erinnerung)

VIP-Ehrenkolloquium der TU München für VDE-Präsident Prof. Nossek

Bild: VDE
VDE-Präsident Professor Dr. techn. Josef A. Nossek

München/Frankfurt M., 20.03.08 – Die Crème de la Crème der Forschung zur Mobilfunk-Technik trifft sich am 8. April 2008 in München im sogenannten „Theresianum“ der Technischen Universität München (Theresienstr. 90, Hörsaal 0606). Rund 100 bis 150 Teilnehmer erwartet die TU München zu dem Event. Allein der Plenumsvortrag zu informationstheoretischen Aspekten der Interferenz in Mobilfunknetzen von Professor James Massey, Spezialist auf dem Gebiet der Codierung und Kryptographie und Urgestein der Informationstheorie sowie hochgefragter Redner, verspricht ein Schmankerl zu werden. Der Anlass für den Kongress war eher schlicht, aber deshalb nicht weniger ehrenwert: VDE-Präsident Professor Dr. techn. Josef A. Nossek, hatte sich zum 60sten Geburtstag statt einer Jubelfeier vom VDE und der TU München ein hochkarätiges wissenschaftliches Kolloquium gewünscht.

 

 



Prof. Dr. Wolfgang Utschick

Schon der Titel der Veranstaltung, die dabei herauskam - „Advanced Lectures in Wireless Communications” - lässt erahnen, dass es bei den Vorträgen nicht um die nächste, sondern um die übernächste Technik-Generation der Mobilfunknetze geht. Und die Liste der Referenten – fast allesamt Mitglieder im VDE – liest sich für Eingeweihte im Wissenschaftsbetrieb wie für den Fußballfan die Top 10 der Torschützen in der Champions League: „Hier sind im April die Preisträger von mindestens einem Dutzend hochbegehrten wissenschaftlichen Auszeichnungen vertreten“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Utschick im Vorfeld der Veranstaltung gegenüber Portel.de. Professor Utschik ist Leiter des Fachgebiets Methoden der Signalverarbeitung an der Technischen Universität München und Organisator des Kolloquiums. Neben der hochkarätigen Besetzung könne man angesichts der freundschaftlichen Beziehungen untereinander durchaus auch von einer Art „Familientreffen an der Isar“ sprechen. Entsprechend hätten von den Teilnehmern auch schon sehr früh einige sehr interessante Anmeldungen vorgelegen.

Beherrschung von Interferenzphänomenen

Technischer Hintergrund und Gegenstand der aktueller Forschungsaktivitäten sind laut Prof. Utschick die Beherrschung von Interferenzphänomenen in drahtlosen Kommunikationsnetzen, also von Störeffekten, die durch die unvermeidliche Überlagerung elektromagnetischer Funkwellen entstehen und wesentlich zur Limitierung der Leistungsfähigkeit von drahtlosen Netzen beitragen. Gearbeitet wird daran in mehreren Ausprägungen vom klassischen Ansatz der Kanalentzerrung, Anwendungen der Mehrnutzerinformationstheorie, dem Einsatz von Raum-Zeit Signalverarbeitungverfahren bis hin zur Koordination von Interferenzen schon bei der Erzeugung von Quellsignalen. Den Superlativ bilden evidenzbasierte Verfahren unter der Bezeichnung „Network Coding“, die den Interferenzbegriff als solchen schließlich auflösen sollen.

 

Prof. Dr. Dr. Holger Boche

Einer der bekanntesten Wissenschaftler Deutschlands auf dem Gebiet der drahtlosen Kommunikationstechnik ist Prof. Dr.-Ing. Dr. rer.NAT. Holger Boche (41) von der TU Berlin, Träger des Leibniz-Preises 2008 der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie des Alcatel-Forschungspreises, des Vodafone-Innovationspreises und des Johann-Philipp-Reis-Preises, vergeben vom VDE. Sein Vortragsthema in München: „Advanced Network Calculus“. Durch seine Arbeiten trägt der Berliner Forscher unter anderem dazu bei, dass sich die vorhandenen Mobilfunk-Frequenzen mit möglichst wenig fest installierten Sendern und Empfängern flächendeckend nutzen lassen. Seine Forschungen könnten damit die drahtlose Datenübertragung revolutionieren. „In der Kulturgeschichte haben alle Gesellschaften ihre modernsten Techniken stets dazu genutzt, um ihre Kommunikation zu verbessern. Hierzu möchte ich einen wichtigen Beitrag leisten“, erklärt Prof. Boche die Triebfeder seiner Erfolge.

 

Prof. Helmut Bölcskei

Auch Prof. Helmut Bölcskei, Leiter der Fachgruppe für Kommunikationstechnik am Institut für Kommunikationstechnik der ETH Zürich - Vortragsthema in München: „Infinity-Norm Sphere Decoding“ forscht derzeit in den Gebieten der drahtlosen Übertragung, der Signalverarbeitung und der Quanteninformationsverarbeitung. Professor Bölcskei ist Mitbegründer der Celestrius AG, einer Ausgründung der ETH Zürich und war  zuvor  Mitgründer des Silicon-Valley Startups Iospan Wireless Inc., das im Jahr 2002 an die Intel Corporation verkauft wurde. Er ist Preisträger verschiedener Auszeichnungen für seine wissenschaftlichen Arbeiten und ist heute Mitherausgeber der Zeitschrift „Foundations and Trends in Networking“.

 

 

Prof. Dr. J. Huber

Prof. Dr.-Ing. habil. J. Huber leitet den Lehrstuhl für Informationsübertragung an der Universität Erlangen-Nürnberg und forscht dort unter anderem an Kodierungsverfahren und Algorithmen der Signalverarbeitung für zukünftige Mobilfunksysteme. Professor Huber wurde mehrfach für seine Arbeiten ausgezeichnet, hervorgehoben sei auch hier der Vodafone Innovationspreis 2004. Er war außerdem wiederholt im Beirat der IEEE Information Theory Society, arbeitete mit in der Schriftleitung namhafter Wissenschaftspublikationen und war Mitorganisator von verschiedenen internationalen Konferenzen zur Informationstheorie und Kodierungsverfahren. Sein Vortragsthema in München: „Coding Gain versus Structural Delay“.

 

Prof. Dr. Ralf Kötter

„Nichts bringt Leute so eng zusammen wie gemeinsames Arbeiten“, so Prof. Dr. Ralf Kötter, Leiter des Instituts für Nachrichtentechnik in der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der TU München im Gespräch mit Portel.de. Er war zuvor Associate Professor an der renommierten University of Illinois at Urbana/Champaign und freut sich sowohl auf die Vorträge wie auch auf die vielen bekannten Gesichter, die er in München wiedertreffen wird. Seine Arbeitsgebiete umfassen praktische und theoretische Aspekte der Kommunikations- und Informationstheorie. Er forscht unter anderem zu Fehler korrigierenden Codes sowie Iterativen Algorithmen und der Komplexität von Algorithmen. Ralf Kötter wurde seit 2000 mit mehreren Innovations- und Forschungspreisen von Xerox und IBM ausgezeichnet und erhält in diesem Jahr den Vodafone Innovationspreis 2008. Sein Thema in München: „On the Capacity of Communication Networks“.

 

Prof. Dr. Rudolf Mathar

Prof. Dr. rer. NAT. Rudolf Mathar ist Funktionsträger in zahlreichen wissenschaftlichen Instituten und Verbänden und leitet seit März 2004 das Institut für Theoretische Informationstechnik an der RWTH Aachen. Unter anderem gehört er zum Aufsichtsrat des Graduiertenkolleg „Software for Mobile Communication Systems“ und ist Mitglied im Redaktionsbeirat des „International Journal of Mobile Network Design and Innovation“. Professor Mathar wurde bereits 2002 mit dem Vodafone Innvovationspreis ausgezeichnet. Sein Vortragsthema in München: „Interference and Admission Control for Multiuser Receivers in CDMA Radio Networks”.

 

Prof. Dr. Christoph Mecklenbräuker

Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr.-Ing. Christoph Mecklenbräuker gibt Lehrveranstaltungen zu flexiblen Funksystemen am Institut für Nachrichtentechnik und Hochfrequenztechnik der TU Wien. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die drei Themenbereiche Funkschnittstellen in der Verkehrstelematik, Ultrabreitbandtechnologie (UWB) sowie hybride Funknetze und deren Ressourcenoptimierung. Ab 2000 war er Forschungsleiter am Telecommunications Research Center in Wien, koordiniert im Rahmen des 6. Europäischen Rahmenprogramms seit 2006 das Forschungsprojekt “Multiple-Access Space-Time Coding Testbed (MASCOT)” und leitet unter anderem die “Special Interest Group“ zu “mobile-to-mobile“ Kommunikation im “COST Action 2100”-Projekt. Christoph Mecklenbräuker ist Mitglied im IEEE und anderen Gremien auf europäischer Ebene und Redaktionsmitglied beim „EURASIP Journal of Applied Signal Processing“. Sein Vortragsthema in München: „Model Identification for Wireless Propagation with Control of the False Discovery”.

 

Prof. Dr. Ralf Müller

Auch Prof. Dr.-Ing. Ralf Müller vom Fachbereich Elektronik und Telekommunikation an der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technik (NTNU) in Trondheim hat eine internationale Wissenschafts-Karriere mit Aufenthalten an den Universitäten in Princeton, Wien und Sophia Antipolis u. a. absolviert und ist heute Spezialist für Informationstheorie und Nachrichtentechnik. Er ist Verfasser mehrerer durch IEEE und ITG preisgekrönter wissenschaftlicher Arbeiten und gehörte über mehrere Jahre zum Redaktionsteam der renommierten IEEE-Schriftenreihe „Transactions on Information Theory“. Sein Vortragsthema in München: „Vector Precoding for Wireless Networks: A Replica Analysis“.


Für die Bildung der modernen Informationsgesellschaft sei es von grundlegender Bedeutung, sich den Herausforderungen von künftigen mobilen Kommunikationssystemen zu stellen, erklären die TU München und der VDE in ihrer gemeinsamen Einladung zu dem Mobilfunk-Kolloquium. Eine Reihe von hochkarätigen und führenden Wissenschaftlern präsentiert dazu in München ihre jüngsten Ergebnisse und Ausblicke zur Forschung über die nächste Generation der Netzwerke (NGN) hinaus.

GEORG STANOSSEK


c/o
Prof. Wolfgang Utschick, TU München
Theresienstr. 90
80290 München
Mail: utschick(at)tum.de

Tel.: 089/289 28524


Nachricht eingestellt: 04.04.2008 - 19:30

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