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Deutsche Telekom kann DSL-Marktanteil in Deutschland auf 43% erhöhen (DJ)

Währung und Wettbewerb belasten Umsatz im ersten Quartal

Foto: DTAG
René Obermann, Vorstands-Chef DTAG

Von Richard Breum, Düsseldorf (Dow Jones), 08.05.08-13:00 - Ungünstige Währungseinflüsse und der anhaltend starke Wettbewerb im Inland haben der Deutschen Telekom AG im ersten Quartal 2008 einen Umsatzrückgang beschert. Der Erlös sank insgesamt um 3% auf knapp 15 Mrd EUR, wie der Bonner Konzern am Donnerstag mitteilte. Organisch, also bereinigt um Portfolioveränderungen und Wechselkurseffekte, sei er jedoch um 0,4% gestiegen.

Das bereinigte EBITDA - die Kennzahl, an der der Konzern seine Prognosen ausrichtet - blieb mit rund 4,7 Mrd EUR nahezu unverändert. Das ist der Telekom zufolge auf die gute Entwicklung außerhalb Deutschlands, vor allem in Osteuropa und den USA, zurückzuführen. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 924 Mio nach 459 Mio EUR vor Jahresfrist - hier wirkten sich unter anderem ein Verkaufserlös und niedrigere Zinszahlungen positiv aus. Die Erwartungen der Analysten wurden mit den Zahlen im Wesentlichen erfüllt.

Das Ergebnis der ersten drei Monate sei eine gute Basis für den weiteren Jahresverlauf, erklärte der Vorstandsvorsitzende René Obermann. Für das laufende Jahr geht die Telekom deshalb weiterhin davon aus, ein bereinigtes EBITDA von 19,3 Mrd EUR und einen freien Cash-Flow von 6,6 Mrd EUR zu erzielen. Auch die Dividendenpolitik bekräftigte das Unternehmen noch einmal.

Im umsatzstärksten Bereich, dem Mobilfunk, ging der Erlös in Deutschland um 3,4% zurück. Das bereinigte EBITDA fiel mit einem Minus von 1,1% weniger stark. Im Ausland verlaufe das Mobilfunkgeschäft dagegen unverändert positiv, teilte das Unternehmen mit. So habe T-Mobile USA in den ersten drei Monaten 981.000 Kunden dazugewonnen und erstmals die 30-Millionen-Kunden-Grenze überschritten. Durch den schwachen Dollar lag der Umsatz in den USA jedoch nur auf Vorjahresniveau. Insgesamt verzeichnete der Mobilfunkbereich ein leichtes Umsatzplus.

Der Umsatz im Geschäftsbereich Breitband/Festnetz war dagegen um 6% rückläufig. Hier machten sich der Telekom zufolge beim Ergebnis jedoch die Verbesserungsprogramme bemerkbar, so dass das bereinigte EBITDA leicht zulegte. Bei den Anschlussverlusten habe sich die erwartete Entwicklung gezeigt, teilte das Unternehmen weiter mit.

In Deutschland sank die Zahl der Festnetzanschlüsse um 0,582 Mio. Der Absatz von neuen DSL-Anschlüssen habe mit 0,539 Mio dagegen weiterhin auf hohem Niveau gelegen. Der Anteil am gesamten deutschen Breitbandmarkt liegt nun bei 43% und damit einen Prozentpunkt höher als vor Jahresfrist. Bis zum Jahresende soll er auf mehr als 45% steigen.

Vor allem portfoliobedingt war der Umsatz in der Geschäftskundensparte mit einem Minus von gut 10% am stärksten rückläufig. Portfoliobereinigt habe sich der Umsatz aber nur um rund 5% reduziert, heißt es im Bericht der Telekom weiter. Das bereinigte EBITDA ging sogar um 21% zurück. Der organische Rückgang des Erlös habe aber nur 2,4% betragen. Im Jahr 2007 war diese Kennzahl um fast 18% rückläufig gewesen.

Noch keine Entscheidung gibt es über einen angestrebten weiteren Einstieg bei dem griechischen Telekommunikationsanbieter OTE. Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick sagte, es gehe darum, die Managementkontrolle bei den Griechen zu erhalten: "Das ist notwendig und unabdingbar." Es seien schwierige, aber konstruktive Gespräche. Gerüchte über eine mögliche Übernahme des US-Mobilfunkunternehmens Sprint Nextel wollte das Management am Donnerstag nicht kommentieren.

Mit den Programmen zur Kostensenkung komme man gut voran. Allein das Programm "Save for Service" habe im ersten Quartal zusätzliche Einsparungen von 240 Mio EUR gegenüber dem Vorjahreszeitraum bewirkt, erklärte Obermann. Insgesamt seien die Kosten im ersten Quartal um 0,7 Mrd EUR reduziert worden.

Analysten bezeichneten die Zahlen als unspektakulär mit einem positiven Unterton. Die Entwicklung von T-Mobile USA sei weiterhin positiv, und die Zahl der Anschlussverluste im Festnetz in Deutschland sei nicht so hoch ausgefallen wie von manchen erwartet, sagte ein Beobachter. Auch einer Analyse der Dexia-Bank zufolge entsprechen die Zahlen weitgehend den Erwartungen. Das Ergebnis sei angesichts des Drucks auf den Umsatz insgesamt positiv.

In einer Analyse der Landesbank Baden-Württemberg heißt es, die Zahlen zeigten, dass sich der Konzern auf dem richtigen Weg befinde. Der sei allerdings "steinig und lang". Der Umsatz sei etwas niedriger ausgefallen als erwartet - überwiegend aufgrund ungünstiger Wechselkursrelationen in den USA und Osteuropa. Das EBITDA und das Nettoergebnis seien höher als man geschätzt habe. Der Kundenzuwachs im Mobilfunkgeschäft in den USA wird als "hervorragend" bezeichnet.

An der Börse wurden die Zahlen gelassen zur Kenntnis genommen: Die Aktie der Telekom entwickelte sich besser als der Markt und lag am Donnerstagmittag leicht im Plus bei 11,57 EUR. (GS)

Nachricht eingestellt: 08.05.2008 - 23:53

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