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Telekom-Experten: Mobilfunk und Internet werden nur langsam Freunde

Videotelefonie und Mobile-TV haben Erwartungen bislang nicht erfüllt

Foto: EUROFORUM
Dr. Nikolaus Mohr, Geschäftsführer Accenture Deutschland.

Düsseldorf, 18.06.08-07:45 – Wohin treibt der Mobilfunkmarkt? und Wann „fliegt“ die mobile Nutzung des Internet endlich? waren die zentralen Fragen am Dienstagnachmittag zum Auftakt der 14. Internationalen Handelsblatt Jahrestagung „Telekommarkt Europa“ (www.tk-europa.de) in Düsseldorf. Allein: die Antworten auf die Fragen blieben weitestgehend offen. Nach dem Prinzip „Trial and Error“ suchen die Mobilfunkanbieter noch immer nach dem richtigen Konzept, den Herausforderungen durch das Zusammenwachsen von Mobilfunk und Festnetz und dem galoppierenden Preisverfall im Markt zu begegnen. Klar scheint indes zum heutigen Zeitpunkt: die Nutzung mobiler Datendienste kommt nur schleppend voran und die so genannten „Killer Applikationen“ im Mobilfunkmarkt, die zeitweise in der Videotelefonie oder im Mobile-TV gesehen wurden, fallen mangels Kundeninteresse aus.

 

Mobiles Internet wird kommen

Für Dr. Nikolaus Mohr, Geschäftsführer bei Accenture in Deutschland, stellt das Jahr 2007 und die Markteinführung des Iphone durch Apple einen Wendepunkt in der Handy-Industrie dar. Spätestens jetzt sei das mobile Internet der große Hoffnungsträger der Branche als zukünftiger Umsatzgenerator für Datendienste. Laut den jüngsten Ergebnissen aus den Accenture-Studien „Global Media Content Study 2008“ und „Mobile Web Watch 2008“ nimmt die Datennutzung am Handy zwar definitiv zu, dennoch ist aus Sicht der befragten Manager erst in zwei bis fünf Jahren mit einem Durchbruch bei der Nutzung des Internet auf dem Handy zu rechnen. Derzeit besitzen der Untersuchung zufolge zwar schon 62 Prozent der befragten Konsumenten ein internetfähiges Handy, aber nur 13 Prozent davon nutzen mit den Geräten auch Online-Dienste. Nach wie vor dominiert die Nutzung der Handys für Gespräche, SMS und allenfalls noch Mail. Insbesondere zu hohe Kosten, zu geringe Übertragungsgeschwindigkeiten und wenig benutzerfreundliche Webseiten halten die Handynutzer nach wie vor vom Internet fern. „Unternehmen die auf das mobile Internet setzen, sind auf dem richtigen Weg“, sagte der Berater am Dienstagnachmittag in Düsseldorf. Zielgruppen seien vor allem die jüngeren Benutzergruppen. Den Anbietern müsse es nun gelingen, die Nutzung der Inhalte des Internet am Fernsehen, dem PC bzw. Laptop und dem Handy für die Konsumenten nahtlos zu bewerkstelligen.

 

 

Frank Rosenberger
Geschäftsführer Marketing bei Vodafone.
Bild: EUROFORUM

 

Dreifach-Strategie bei Vodafone

Der Düsseldorfer Mobilfunkanbieter Vodafone hat sich zum Ziel gesetzt, durch die kombinierte Vermarktung von Mobilfunk und Festnetz zusammen mit der Tochter Arcor der beste Komplettanbieter in Deutschland zu werden und will dabei die Kunden über eine Dreifach-Strategie zu Fans machen: durch möglichst breitbandige Angebote, Kundennähe und intuitiv und einfach zu nutzende Angebote für unterwegs. Das größte Wachstum sieht Frank Rosenberger, Geschäftsführer Marketing bei Vodafone Deutschland (D2 GmbH), bei neuen DSL-Anschlüssen, der Ausstattung von Laptops mit einem Internetzugang sowie der mobilen Nutzung von E-Mails am Mobiltelefon. Dabei komme es insbesondere darauf an, den Kunden die bisherigen technischen Barrieren zur mobilen Nutzung des Internet aus dem Weg zu räumen.

 

 

Thorsten Dirks
CEO der E-Plus Mobilfunk Gruppe.
Bild: EUROFORUM


Die größten Zuwächse bei der Datennutzung im deutschen Mobilfunkmarkt verzeichnet derzeit E-Plus, der nach Kundenzahlen nur drittgrößte Anbieter in Deutschland. Nach Einschätzung von Thorsten Dirks, CEO der E-Plus Mobilfunk Gruppe, ist dies einzig und allein das Ergebnis der Einführung von preiswerten Tarifen bei dem Düsseldorfer Anbieter. Rund 40 Prozent des Datenvolumens im deutschen Mobilfunkmarkt werden demnach über das E-Plus-Netz abgewickelt. Im Unterschied zu den drei anderen deutschen Netzbetreibern, Vodafone D2, T-Mobile und Telefonica O2 Germany, will Dirks mit seinem Unternehmen auch künftig ganz ohne die Vermarktung von Festnetzangeboten im Markt erfolgreich bleiben. Dazu konzentriert sich der inzwischen auf über 16 Millionen Kunden angewachsene Düsseldorfer Anbieter ganz auf günstige Tarife für Sprache und SMS.

Daneben sieht Firmenchef Thorsten Dirks künftiges Wachstum auch im B2B-Bereich, mit dem Mobilfunkmarken der E-Plus-Gruppe als Plattform für die Vermittlung von Content und Marketing-Botschaften auf das Handy. So sollen die großen Markenunternehmen ihre Kunden durch individuelle Mobilfunkangebote enger an sich binden. Die Fluggesellschaft Air Berlin nutze beispielsweise die auf türkische Bevölkerungskreise ausgerichtete E-Plus Discountmarke Ay Yildiz für die Vermarktung von Türkei-Flügen.

GEORG STANOSSEK

 

 

 

 

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Nachricht eingestellt: 18.06.2008 - 07:37

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