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Sunrise: Schweiz braucht dringend Glasfaser-Strategie

Regulierter, nicht-diskriminierender Netzzugang unumgänglich

Zürich, 2. Oktober 2009-10:59 - Wie kommt die Schweiz möglichst günstig zu einem flächendeckenden Glasfasernetz?

Eine von Sunrise bei Swiss Economics in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass eine eigenständige Gesellschaft mit einem Mandat für den Flächenausbau eines Glasfasernetzes am kostengünstigsten die Infrastruktur sicherstellen könnte. Unumgänglich für einen funktionierenden Wettbewerb ist zudem ein regulierter, nicht-diskriminierender Netzzugang. Die Zeit zum Handeln drängt: Die Schweiz muss rasch eine Glasfaser-Strategie definieren.
 
Ultrabreitbandige Internetzugänge, welche durch Glasfaserleitungen ermöglicht werden, spielen in Zukunft eine zentrale Rolle. Diverse Studien haben bereits deren hohe Bedeutung für die Wirtschaft und Gesellschaft eines Landes aufgezeigt, welche schon länger eine Glasfaserpolitik umsetzen. In der Schweiz gilt jedoch vorerst das „Laissez-faire“-Prinzip. Dies führt zu regionalem Wildwuchs und intransparenten Kooperationsmodellen von lokalen Elektrizitätswerken mit der Swisscom. Damit wird eine für die Schweiz entscheidende Entwicklung wenigen Akteuren überlassen. Angesichts des hohen Handlungsdrucks hat Sunrise bei Swiss Economics die Frage klären lassen, wie die Schweiz zu einem möglichst flächendeckenden Glasfasernetz kommt – und zwar so preiswert wie möglich.

Der Flächenausbau erfordert einen Markteingriff: Glasfaser-Policy unumgänglich

Die Studie kommt zum Schluss, dass es in jedem Fall eine öffentliche Policy braucht. Ansonsten besteht weiterhin ein fundamentaler Zielkonflikt: Einerseits sollten unwirtschaftliche Parallelnetze vermieden und Wettbewerb unter den neuen Technologien und Diensten ermöglicht werden, andererseits besteht der Wunsch nach einer möglichst flächendeckenden Versorgung. Mittels einer eigenständigen Glasfasergesellschaft und einem klaren Investitionsmandat könnte die Flächendeckung zu den gesamtwirtschaftlich günstigsten Kosten realisiert und auch ein digitaler Graben zwischen Stadt und Land verhindert werden. Dasselbe würde mit der Ausschreibung einer nationalen Konzession erreicht, was keine eigenständige Gesellschaft erfordern würde. Allenfalls in Frage kommt auch eine regionale Ausschreibung, die zwar einen Flächenausbau ermöglicht, aber regional unterschiedliche Angebote und Preise nach sich zieht. Denkbar ist auch eine Variante mit mehreren Gesellschaften, die aber zusätzlicher Investitionsanreize bedürfte und zwingend eine Regulierung des Zugangs zum Glasfasernetz notwendig machen würde.
 
Mit der heutigen Situation drohen höhere Preise und weitere Wettbewerbsverluste

Die Unternehmen der öffentlichen Hand (Swisscom und die Elektrizitätswerke) investieren gemeinsam in mehrfache Netze, wodurch Zusatzkosten von mehreren 100 Mio. CHF entstehen. Diese Zusatzkosten werden die Preise hoch halten und müssen letztlich den Kunden überwälzt werden. Gleichzeitig ist der für den Wettbewerb wichtige Netzzugang noch ungeklärt. Wird keine nahtlose Entwicklung sichergestellt, droht der Wettbewerb beim Breitband-Internetzugang weiter zu schwinden.
 
Noch ist Zeit zum Handeln: Infrastrukturaufbau und –zugang müssen festgelegt werden

Aufgrund der Ergebnisse der Studie erachtet es die Sunrise als zwingend, die Debatte zu einer Schweizerischen Glasfaser-Strategie aufzunehmen. Jetzt besteht noch Zeit zum Handeln: Vielerorts sind erst Pilotprojekte in Gang gesetzt. Beim Bau sind zwei Varianten vorzuziehen: Die Schaffung einer eigenständigen Infrastrukturgesellschaft oder die Erteilung einer nationalen Konzession. Des Weiteren ist für einen Wettbewerb der Technologie und Dienste eine Regulierung notwendig, die einen nicht-diskriminierenden Zugang für alle Anbieter erlaubt.   (RS)

 

 

Nachricht eingestellt: 03.10.2009 - 00:02

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