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Alcatel-Lucent testet LTE-Technik für Digitale Dividende in Stuttgart

LTE-Testnetz für 4G-Mobilfunkdienste unter realen Bedingungen

Alf Henryk Wulf (Foto:Alcatel-Lucent)
Alf Henryk Wulf, Vorstandsvorsitzender von Alcatel-Lucent in Deutschland

Stuttgart, 08. Oktober 2009 - Im nächsten Jahr wird es auch in Deutschland ernst mit LTE, der nächsten Generation der Breitband-Mobilfunknetze. Am kommenden Montag wird sich bei der Bundesnetzagentur entscheiden, ob es aufgrund von rechtlichen Einwänden gegen das Versteigerungsverfahren zu den LTE-Lizenzen in Deutschland zu weiteren Verzögerungen bei der Lizenzvergabe kommen wird. Schon bis Ende 2010 wird es nach Einschätzung des Stuttgarter Ausrüsters Alcatel-Lucent aber erste Angebote auf dem Markt geben. Am Firmensitz in Stuttgart hat der Lieferant der Mobilfunkfirmen ein Ende-zu-Ende-Testzentrum für LTE aufgebaut und inzwischen auch mit den ersten Tests für den Einsatz im Frequenzspektrum von 800 MHz begonnen, der sogenannten Digitalen Dividende.

In Stuttgart Zuffenhausen testet das Unternehmen auf dem Gelände rund um Porsche-Museum das reibungslose Zusammenspiel aller Komponenten eines LTE-Netzes, bevor diese bei Kunden installiert werden. Zugleich nutzt Alcatel-Lucent das Testzentrum als Vorführumgebung, um europäischen Kunden die Möglichkeiten der neuen Mobilfunkgeneration zu demonstrieren. Das Testzentrum bildet ein komplettes LTE-Netz nach, wie es bei Kunden zukünftig aufgebaut werden wird, inklusive eines ´on the air` Funknetzes im Stuttgarter Norden.

Im Stuttgarter LTE-Testzentrum von Alcatel-Lucent wird  die nächste Mobilfunkgeneration maßgeblich mit vorangetrieben. Zugleich untermauert das Testzentrum die strategische Bedeutung, die LTE für das Unternehmen hat.

In den Tests erprobt Alcatel-Lucent ihre LTE-Technik und verschiedene Mobilfunkanwendungen  in Hinblick auf Qualitätsanforderungen von Kunden (KPIs). Da LTE vor allem das steigende Verkehrsaufkommen durch Datendienste in den Mobilfunknetzen verarbeiten soll, testet Alcatel-Lucent die Leistungsfähigkeit der neuen Technik anhand von bandbreitenhungrigen Videodiensten im Fahrzeug: Die Fahrzeug-Insassen können zeitgleich aus dem Web übertragene Videos in HD-Qualität ansehen, mit mehreren Teilnehmern ein Videospiel übers Web spielen und eine Videokonferenz aufbauen.

Tests in Stuttgart laufend erfolgreich demonstriert

Dr. Erich Zielinski, Alcatel-Lucent„Mit den bisherigen Testergebnissen sind wir hochzufrieden“, so Dr. Erich Zielinski, Leiter Ende-zu-Ende 4G/LTE-Lösungen von Alcatel-Lucent. „Wir erreichen im Testzentrum wie auch bei Testfahrten unter realen Bedingungen sehr hohe Datenraten. Zeitkritische Anwendungen laufen ohne Verzögerung. Der Übergang zwischen zwei LTE-Zellen ist nahtlos, so dass Videoübertragungen davon nicht beeinträchtigt werden. Unsere LTE-Technik erfüllt damit alle Voraussetzungen, um die Web 2.0-Welt, die sich heute noch weitgehend im Festnetz abspielt, in Zukunft auch mobil zu erleben.“ In den Tests erzielte Alcatel-Lucent im 2600 MHz-Frequenzspektrum Datenraten von bis zu 60 Mbit/s und einer Paketumlaufzeit von 18ms – und dabei wird erst die die Hälfte des Spektrums genutzt.

Neue Applikationen für Geschäfts- und Privatkunden und neue Geschäftsmodelle mit ngconnect

Um die hohe Datenrate und die niedrigen Reaktionszeiten von LTE zu demonstrieren, greift Alcatel-Lucent u.a. auf Applikationen von ngconnect-Partnern zurück. Dazu gehört die B-to-B-Anwendung „Digital Signage“ der Firma Signexx aus Frankfurt. Mit dieser Anwendung für die Werbebranche lässt sich per Handy oder Laptop mit Datenkarte die Werbung auf elektronischen Anzeigetafeln auswechseln. In der LTE-Testumgebung bauen sich neue Werbemotive sehr schnell und flüssig auf. Anhand des Online-Spiels „Powerboat Challenge“ der Firma Fishlabs aus Hamburg, bei dem mehrere Spieler ein Rennen gegeneinander fahren, zeigt Alcatel-Lucent die äußerst kurzen Reaktionszeiten der Technik.

Die ngconnect-Initiative hatte Alcatel-Lucent Anfang 2009 mit dem Ziel ins Leben gerufen, Anbieter von Infrastruktur, Endgeräten, Anwendungen und Inhalten zu vernetzen und ein „Ökosystem“ rund um 4G-Netze zu schaffen. Vorteil für die Netzbetreiber: automatische Integration neuer Zellen Die Tests im Stuttgarter LTE-Testzentrum umfassen auch sogenannte selbstorganisierende Netze (SON), eine völlig neue Form der Selbstkonfiguration von Mobilfunknetzen. Für Alcatel-Lucent ist SON eine Schlüsseltechnologie, um Mobilfunknetze einfacher und damit kostengünstiger als heute zu optimieren und zugleich die Netzqualität aus Sicht der Mobilfunkkunden deutlich zu verbessern. Mit SON lassen sich neue Mobilfunkzellen in ein bestehendes LTE-Netz automatisch integrieren und konfigurieren (Plug 'n' Play-Ansatz) und die Funkzellen automatisch optimieren. Die Schnittstellen für die Technik sind durch den 3GPP Mobilfunkstandard vorgegeben und wurden von Alcatel-Lucent durch zusätzliche, in den Bell Labs entwickelte Algorithmen, ergänzt.

LTE als Breitbandalternative für den ländlichen Raum

Ab sofort testet Alcatel-Lucent in Stuttgart auch die LTE-Technik für den Einsatz im Frequenzspektrum von 800 MHz testen (Digitalen Dividende). Das 800-MHz-Frequenzspektrum wird durch die Digitalisierung des Rundfunks frei und eignet sich dafür, den ländlichen Raum mit Breitband¬verbindungen zu erschließen. Das in Deutschland ebenfalls für LTE vorgesehene 2600-MHz-Frequenzspektrum wird voraussichtlich eher in Ballungsräumen zum Einsatz kommen.

 


Alcatel-Technik für LTE:
rechts die Sendeeinheit für LTE  800 Hz (Digitale Dividende)

„Bei der Anpassung unserer LTE-Technik an die 800 MHz-Frequenz wird uns zugute kommen, dass wir momentan für Verizon in den USA ein LTE-Netz aufbauen, das mit der benachbarten 700 MHz-Frequenz arbeitet“, erklärt Dr. Erich Zielinski. „Wir werden deshalb schnell eine LTE-Lösung anbieten können, mit der Netzbetreiber in Deutschland alternativ zum Glasfaserausbau die ´weißen Flecken` auf der Landkarte schließen können.“ „Nur, wenn wir eine generelle Versorgung mit Breitband haben, kann das schnelle Internet seinen positiven Einfluß auf die Wirtschaftsentwicklung vollständig ausspielen“, sagt Alf Henryk Wulf, Vorstandsvorsitzender von Alcatel-Lucent in Deutschland.

Flexibler Einsatz von verschiedenen Technologien und Standards – den Anforderungen der Kunden angepasst

In weiteren Tests wird das Augenmerk auch darauf liegen, neben Datenverkehr auch Sprach- und SMS-Verkehr über LTE-Netze abzuwickeln. Dafür setzt Alcatel-Lucent auf die IMS-Technik (IP Multimedia Subsystem), entwickelt aber auch die alternative Technologie VoLGA (Voice over LTE Generic Access).

Erste Tests in ihrem Stuttgarter LTE-Testlabor verliefen bereits erfolgreich.

Das Stuttgarter LTE-Testnetz ermöglicht vollständige End-zu-Ende Tests. Es umfasst neben dem Funkzugang (Evolved UTRAN) mit fünf eNodeBs im Labor und drei eNodeBs im freien Gelände auch die Paketdatenübertragung im Kernnetz (Evolved Packet Core) sowie Prototypen von mobilen Endgeräten. Neben der LTE-FDD Variante (getrennte Frequenz-Bänder für Up- und Downlink), die hauptsächlich im amerikanischen und europäischen Markt zur Anwendung kommt, arbeiten die Mobilfunkspezialisten von Alcatel-Lucent in Stuttgart auch an dem LTE-TDD Standard (Zeitmultiplex in einem Frequenzband) für den asiatischen Markt. (lw)

Nachricht eingestellt: 08.10.2009 - 16:28

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