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Alcatel-Lucent-Forschungspreis geht an Dr. Hacklin von ETH Zürich

Innovationen für die konvergente Ökonomie

Dr. Wolf-Dieter Lukas,  (Foto: Portel)
Dr. Wolf-Dieter Lukas, Bundesministerium für Bildung und Forschung

Stuttgart, 09. Oktober 2009 – Für seine wegweisenden Arbeiten zum Themengebiet „Innovationen für die konvergente Ökonomie“ zeichnet die Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung Dr. Fredrik Hacklin vom Department of Management, Technology, and Economics der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) mit dem Forschungspreis Technische Kommunikation 2009 aus.

Mit seinen Arbeiten hat er einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der drastischen Industriewandlungen in der Informations- und Kommunikationsbranche geleistet. Diese gehen dabei weit über die gängige und rein technikorientierte Perspektive hinaus. Fredrik Hacklin hat es durch das Aufgreifen des Konvergenzphänomens aus einer Innovations- und strategischen Management Perspektive geschafft, maßgebliche Implikationen und Ansätze für unternehmerisches Handeln zu entwickeln.

Nach intensiven Literaturstudien zum Verständnis des Konvergenzprozesses in den Jahren 2003 bis 2006 führte Fredrik Hacklin während seiner Zeit an der Stanford University vertiefende Fallstudien mit Technologieunternehmen im Silicon Valley durch. Dadurch erlangte er ein intensives Verständnis für den gezielten unternehmerischen Umgang mit dem Konvergenzphänomen aus Sicht der Praxis. Ergebnis war, dass Konvergenz nicht nur Industriegrenzen verschiebe, sondern vor allem bisher gängige und gültige Management-Konzepte in Frage stelle und widerlege. Betroffen davon sind selbstredend auch Lösungsansätze unternehmerischen Handelns, die in einem konvergenzbetroffenem Umfeld neu verstanden werden müssen. Diese analysierte er aus dem Blickwinkel der Organisationsforschung und entwickelte spezifische Handlungsrichtlinien für generische Klassen von konvergenzbetroffenen Unternehmen.

 



Dr. Fredrik Hacklin, ETH Zürich

„Wenn traditionelle Telefoniedienstleister zunehmend von Internet-Services substituiert werden können, und wenn die Fotoindustrie mit Herstellern von Kamera-Handys um die selben Kunden wirbt, müssen wir uns von einer statisch orientierten Sichtweise von industriespezifischer Kompetenz lösen, um dadurch neue Geschäftsmodelle über Industriegrenzen hinweg zu ermöglichen“, so Dr. Fredrik Hacklin.

Seine aktuellen Arbeiten, die er als Habilitand und Forschungsgruppenleiter an der Professur für Unternehmensführung an der ETH Zürich verfolgt, beschäftigen sich darüber hinaus mit der Frage, wie andere, von Konvergenzprozessen ebenfalls betroffene Industrien von der Informations- und Kommunikationsindustrie lernen können. Unter anderem steht hierbei die Übertragbarkeit von Erkenntnissen auf neue Wachstumsunternehmen z.B. in der NanoBioIT-Konvergenz an.

Nach Ansicht der Jury beruht die herausragende Leistung des Preisträgers darauf, dass er das Phänomen der Konvergenz aus unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet und anhand praxisnaher Beispiele die vielfältigen Aspekte und Phasen des Prozesses beleuchtet hat.

„Die interdisziplinäre Beschäftigung mit den Konvergenzprozessen und -effekten, die der Informatiker und Ökonom Fredrik Hacklin in unterschiedlichen Studien und mit höchster methodischer und empirischer Präzision vorgenommen hat, stellt einen signifikanten Meilenstein im Zusammenführen von weitreichenden technischen und industriellen Entwicklungen in Kommunikationssystemen mit menschlichen Wahrnehmungen und Handlungen dar“, so Professor Jürgen Mittelstraß, Vorsitzender des Kuratoriums der Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung.

Das Kuratorium der Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung zeichnet jährlich eine/n herausragende/n Wissenschaftler/in aus, deren/dessen Forschungsarbeit einen wichtigen Beitrag zum Thema „Mensch und Technik in Kommunikationssystemen“ darstellt. Die Verleihung des Forschungspreises Technische Kommunikation findet am 9. Oktober 2009, um 17 Uhr im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart statt. Kuratoriumsmitglied Dr. Wolf-Dieter Lukas, Ministerialdirektor im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bonn und Leiter der Abteilung Schlüsseltechnologien - Forschung für Innovationen, wird die Laudatio halten.

 

Die Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung
ist eine gemeinnützige Stiftung in der fiduziarischen Betreuung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft e.V. Sie fördert die Wissenschaft mit Veranstaltungen, Projekten und Publikationen. Sie behandelt über ein pluridisziplinäres wissenschaftliches Netzwerk umfassende Fragestellungen der Informationsgesellschaft. Sie fördert Hochschulkollegs mit den Schwerpunkten Mensch-Technik, E-Government, Informationsgesellschaft, Medienrecht und Sicherheit sowie Mobilität und Kommunikation. Das Kuratorium der Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft vergibt jährlich den mit 20.000 Euro dotierten Forschungspreis Technische Kommunikation an einen Wissenschaftler/eine Wissenschaftlerin außerindustrieller Forschungseinrichtungen für herausragende Leistungen zum Themengebiet „Mensch und Technik in Kommunikationssystemen“. Neben dem Forschungspreis Technische Kommunikation vergibt das Kuratorium Dissertationsauszeichnungen für Wirtschaftswissenschaftler/innen zum Themenkreis „Kommunikations- und Informationstechnik“.  (hz)

 

Nachricht eingestellt: 10.10.2009 - 11:46

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