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Bell Labs in Stuttgart testen CoMP für höhere Datenraten in LTE-Netzen

In Kooperation mit T-Labs, Fraunhofer HHI und Kathrein

Gee Rittenhouse (Foto: Bell Labs)
Gee Rittenhouse, Leiter von Bell Labs Research

Paris, 15. Oktober 2009-19:54 - Alcatel-Lucent hat mit seinem Forschungsarm Bell Labs in Zusammenarbeit mit den Deutsche Telekom T-Labs, dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) und dem Antennenhersteller Kathrein weltweit erstmals Feldtests einer neuen Technologie durchgeführt, mit der sich die Datenübertragungsrate in Mobilfunknetzen deutlich steigern lässt.

Die neue Technologie namens Coordinated Multipoint Transmission (CoMP) gewährleistet höhere Übertragungsraten, eine durchgehend hohe Servicequalität und hohen Datendurchsatz in LTE-(Long Term Evolution) und 3G-Mobilfunknetzen. Durch die Koordination und Kombination von Signalen mehrerer Antennen ermöglicht CoMP es Mobilfunkkunden, Videos und Fotos in höchster Qualität zu versenden oder andere bandbreitenintensive Dienste zu nutzen. Dies ist unabhängig davon, ob ein Nutzer sich im Zentrum oder am äußersten Rand einer LTE-Funkzelle befindet.

Die CoMP-Lösung baut auf der Forschung der Bell Labs im Bereich des Mobilfunks auf und nutzt insbesondere das von den Bell Labs entwickelte Network-MIMO-Verfahren (Multiple Input-Multiple Output). Dieses reduziert Interferenzen in Funknetzen und erhöht die Effizienz, indem es die Übertragung und den Empfang von Signalen an mehreren Zugangspunkten koordiniert. Mit dieser Lösung demonstriert Alcatel-Lucent zugleich ihr Engagement für Open Innovation.

Die Feldtests führte ein Bell Labs-Team aus Stuttgart in der Berliner Innenstadt im Rahmen des Forschungsprojekts EASY-C (Enablers for Ambient Services and Systems) durch. Es handelt sich um die weltweit ersten Feldtests der CoMP-Technologie, die bislang ausschließlich in Laborumgebungen getestet wurde. EASY-C ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Gemeinschaftsforschungsprojekt.

Die Tests belegten die wichtigsten Vorteile von CoMP: 
- Höhere Übertragungsrate nicht nur vom Netz zum Nutzer (Downlink), sondern auch vom mobilen Gerät des Nutzers zum Netz (Uplink) - was mit der Zunahme von Web 2.0-Anwendungen und einer wachsenden Zahl mobiler Nutzer, die Fotos und Videos versenden wollen, unverzichtbar werden wird.
- Verbesserte Servicequalität durch konsistent hohe Übertragungsraten auf  dem Uplink vom Mobiltelefon zum Netz - und das auch an den Rändern einer Funkzelle, wo die Übertragungsqualität in der Regel schlecht und schwer aufrechtzuerhalten ist. An den allermeisten Standorten innerhalb einer Funkzelle wurden Datenraten von über 5 MBit/s gemessen. 
- Die vorhandene Netzwerkinfrastruktur wird maximal ausgenutzt, ohne dass für die höhere Bandbreite notwendigerweise zusätzliche Antennen erforderlich sind.

Für die Datenübertragung zwischen mobilen Geräten und Basisstationen wurde das 2,6 GHz-Frequenzband genutzt, welches die vorherrschende Frequenz ist, wenn in Europa kommerzielle LTE-Dienste eingeführt werden. Die Signale von einem Mobilfunkgerät wurden von zwei aktiven Antennen (Remote Radio Heads) empfangen, die auf Gebäuden in einer Entfernung von 500 Metern montiert waren. Von dort wurden sie über schnelle Glasfaserverbindungen zu einer Zentraleinheit weitergeleitet, die das Modem und die Steuerungselemente einer LTE-Basisstation (eNodeB) von Alcatel-Lucent enthielt. Dort wurden die Signale kombiniert, um so die Signalstärke zu erhöhen.

Die Konfiguration dieser Lösung unterscheidet sich vom üblichen MIMO-Verfahren vor allem in der Positionierung der Antennen. Im MIMO-Verfahren werden die eingesetzten Antennen an einem einzigen Standort errichtet. CoMP hingegen verbindet Antennen, die sich an verschiedenen nahe gelegenen Standorten befinden.

Durch präzise Koordination der Übertragung und des Empfangs der Signale andiesen Standorten können Interferenzen reduziert und die Effizienz der Übertragung gesteigert werden.

"Die Ergebnisse, die wir mit dieser neuen Übertragungstechnologie erzielen konnten, bauen auf unserer Forschung zum Einsatz mehrerer Antennen in Funknetzen auf. Hier sind wir weltweit führend", erläuterte Gee Rittenhouse, Leiter von Bell Labs Research. "In zukünftigen LTE-Netzen werden Mobilfunkkunden bald erwarten, alle möglichen spannenden Anwendungen auch unterwegs nutzen zu können, selbst wenn diese hohe Bandbreiten benötigen. CoMP kann unseren Kunden, den Mobilfunkbetreibern, dabei helfen, diese Erwartung ihrer Kunden zu erfüllen."

Alcatel-Lucent
(Euronext Paris und NYSE: ALU) ist mit seinen Lösungen für Sprach-, Daten- und Video-Kommunikationsdienste für Endkunden weltweit geschätzter Partner von Diensteanbietern, Unternehmen und Behörden. Als ein Marktführer im Festnetz, im Mobilfunk und bei konvergenten Breitbandnetzen, bei IP-basierten Technologien, Anwendungen und Dienstleistungen stützt sich Alcatel-Lucent auf das einzigartige technische und wissenschaftliche Know-how der Bell Labs, eine der bedeutendsten Hochburgen für Innovation in der Kommunikationsbranche. Alcatel-Lucent ist in mehr als 130 Ländern präsent, hat ein äußerst erfahrenes globales Servicesteam und ist damit weltweit ein lokaler Partner. Alcatel-Lucent erzielte 2008 einen Umsatz von 16,98 Milliarden Euro, ist in Frankreich eingetragen und hat seine Zentrale in Paris.
(RS)

 

Nachricht eingestellt: 16.10.2009 - 12:05

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